
Luminița Gheorghiu
Filmografie

Jenseits der Hügel
Drama Liebesfilm Beziehungsdrama Leidenschaftliche Romanze2012•2h 30min
Belgien, Frankreich
Regie: Cristian Mungiu
Alina besucht ihre Freundin Voichita in einem abgelegen Kloster in Rumänien. Die beiden jungen Frauen, die ihre Kindheit zusammen in einem Waisenhaus verbracht haben, scheint mehr zu verbinden als eine enge Freundschaft. Alina versucht, ihre Freundin zu überzeugen, mit ihr nach Deutschland zu gehen, wo sie lebt. Voichita weigert sich jedoch: Sie hat sich für die Enge und Kargheit des Klosters entschieden. Alina rebelliert immer heftiger gegen die Regeln im Konvent. Da sie ihren Widerstandswillen nicht brechen können, steht für den Abt und die Nonnen irgendwann fest: Alina muss vom Teufel besessen sein.
Aufgrund der festgeschriebenen Staatstrauer dürfen in Rumänien in der Woche nach Stalins Tod keinerlei Feste veranstaltet werden. Das bringt ein kleines Dorf in arge Schwierigkeiten: Ausgerechnet am Tag der Trauer-Ankündigung wollten Mara und Iancu nämlich eigentlich heiraten. Das Festmahl ist bereits angerichtet, die Verwandtschaft aus dem ganzen Land angereist. Deshalb entscheidet die Dorfgemeinschaft, die Hochzeit nach dem Einbruch der Dunkelheit in einer Scheune zu feiern – so lautlos wie irgendwie möglich: Die Band stopft Stofflappen in die Trompeten, die Sänger bewegen nur die Lippen, statt mit klirrendem Besteck wird mit den Fingern gegessen und die polternden Kindern werden geknebelt. Doch irgendwann gibt es einfach kein Halten mehr und der Vater der Braut eröffnet das Fest mit einem lauten Schrei standesgemäß…

4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage
Drama Berufsdrama2007•1h 54min
Belgien, Rumänien
Regie: Cristian Mungiu
In einem grauen, entsetzlich trostlosen Studentenwohnheim teilen die beiden Freundinnen Otilia und Gabita ihr kärgliches Zimmer. Als Gabita ungewollt schwanger wird, steht sie vor einem Problem, aus dem es scheinbar keinen Ausweg gibt, denn Abtreibungen stehen unter strenger Strafe. Doch gemeinsam mit ihrer Freundin lehnt Gabita sich gegen das unerbittliche Regime auf. Sie leihen sich Geld und machen einen Abtreibungsarzt ausfindig. Allerdings erweist sich Bebe als echtes Problem, denn als er feststellt, das Gabitas Schwangerschaft schon viel weiter fortgeschritten ist als zunächst angenommen, demütigt er die beiden jungen Frauen und fordert nicht nur mehr Geld sondern auch Sex als Belohnung seiner Dienste. Es beginnt eine quälende und erniedrigende Tortur und die beiden Frauen schlittern in ein heilloses Fiasko …
Herr Lazarescu ist Rentner und lebt in einem seelenlosen Bukarester Plattenbau. Heute Abend fühlt er sich krank. Er ruft den Notdienst und wird von zögernden Sanitätern ins Krankenhaus gebracht. In dieser Nacht wird Herr Lazarescu sterben.Samstagabend, Bukarest in den 90ern: Herr Lazarescu sitzt mit seinen drei Katzen und etwas angetrunken in seiner Bukarester Plattenbau-Wohnung. Weil ihn Kopf und Bauch schmerzen, ruft er eine Ambulanz. Die Notfallärzte haben es allerdings nicht eilig zu ihm zu kommen; seine lallende Stimme verrät den Alkoholiker, und überdies sind wegen einer schweren Massenkarambolage alle Einsatzwagen belegt. Seine Nachbarn erweisen sich wenig hilfreich, wenn sie dem Magenkranken Fleischauflauf und aggressive Schmerzmittel aufdrängen.
Als Anne und ihre Familie in ihrem Ferienhaus ankommen, finden sie Fremde darin vor. Diese Konfrontation ist nur der Beginn eines schmerzlichen Lernprozesses: nichts ist mehr, wie es war. Was als Familiengeschichte beginnt, entwickelt sich schnell zur kollektiven Tragödie. Aber es ist auch eine Legende, also die Geschichte eines Opfers und, vielleicht, die Geschichte eines Heiligen.
Ausgehend von einer Begegnung auf einem Pariser Boulevard, versammelt der Film eine Hand voll Menschen und Geschichten, die lose miteinander verbunden sind. Aus scheinbar willkürlichen Fragmenten wird ein vielfach gebrochenes, distanziertes und zugleich hoch codiertes Gegenwartsbild montiert, in dem viele aktuelle Diskurse aufgegriffen werden, u.a. über Migration und Rassismus, das Verhältnis von Wahrheit und medialer Inszenierung, Zivilcourage und Schuld. Der ebenso dichte wie spannende Film erweist sich als Michael Hanekes neuerliches Lob des Fragmentarischen und als Einspruch gegen die beständige Tendenz des menschlichen Geistes zur Sinnstiftung.




